So übt der Vokabeltrainer

Du lädst ein Foto oder PDF deiner Vokabelliste hoch. Die Wortpaare werden einmal ausgelesen, nichts wird dazuerfunden. Danach tippst du jede Vokabel in beide Richtungen, bis die Antwort dreimal richtig ist.

Eine Anmerkung wie „ab Unit 1, keine Vokabeln aus den Kästchen“ grenzt ein, was dazugehört.

Schüler mit einem Vokabelheft und Karten, die daraus entstehen
Schülerin schreibt eine Vokabel aus dem Kopf, das Buch ist zu

Abrufen statt anschauen

Selber schreiben hält besser als nochmal lesen

Du tippst die Übersetzung, statt die Liste nur anzuschauen. Wer ein Wort aus dem Gedächtnis holt, behält es länger als wer es nur noch einmal liest. Das ist der Testeffekt [1]. Deshalb bleibt das Buch bzw. Heft zu, und die Antwort kommt aus dem Kopf.

Schüler zeigt ein, zwei und drei Sterne für richtige Treffer

Wiederholen an mehreren Tagen

Dreimal richtig pro Richtung

Jede Richtung braucht drei richtige Antworten. Studien haben verglichen, wie oft man etwas in einer Sitzung richtig abrufen sollte [2]. Die Empfehlung für effizientes Lernen: dreimal richtig, und danach an anderen Tagen noch einmal üben. Eine vierte oder fünfte Runde in derselben Stunde bringt für die zusätzliche Zeit wenig. Was über die Sitzung hinaus hält, kommt vom Wiederholen an einem anderen Tag. Weitere Studien beenden eine Übungssitzung ebenfalls nach drei richtigen Abrufen [3].

Eine Studie hat englisch-japanische Wortpaare ein-, drei-, fünf- oder siebenmal abfragen lassen [4]. Fünf und sieben Abrufe brachten höhere Werte als drei, aber nur, wenn die Lernzeit nicht begrenzt war. Bei gleicher Zeit war die kleinere Zahl effizienter. Dort brachte ein einzelner Abruf den größten Gewinn pro Minute. Mit zwei Richtungen wäre fünf pro Richtung für eine Schulstunde zu lang, und viele hören vor dem Ende auf. Drei pro Richtung sind der Punkt, an dem der Trainer aufhört: ein Zufallstreffer reicht nicht, und die Liste bleibt in einer Sitzung schaffbar.

Die oft genannten acht bis zwölf Begegnungen zählen, wie oft ein Wort beim Lesen vorkommt [5, 6]. Das ist kein erfolgreicher schriftlicher Abruf.

Schüler zeigt ein, zwei und drei Sterne für richtige Treffer
Eine Schülerin liest eine Karte, die andere schreibt selbst

Beide Richtungen

Erkennen ist nicht dasselbe wie selbst schreiben

Wer „apple“ als Apfel erkennt, kann „Apfel“ oft noch nicht als apple schreiben. Studien zeigen, dass die Richtung des Übens bestimmt, was sitzt [7, 8]. Deshalb hat jede Richtung einen eigenen Zähler. Ein Treffer in die eine Richtung zählt nicht für die andere. Die beiden Richtungen derselben Vokabel kommen nicht direkt hintereinander, sonst tippt man nur ab, was gerade als Lösung da stand.

Eine Schülerin liest eine Karte, die andere schreibt selbst
Schüler legt eine falsche Karte zurück, die fast richtige bleibt

Ehrlich zählen

Falsch kostet einen Treffer, fast richtig nicht

Ein Fehler zieht nur die gerade geübte Richtung um einen Treffer runter und holt die Karte später wieder. Die andere Richtung bleibt stehen. Fast richtig, zum Beispiel ein fehlender Akzent oder Artikel, zählt nicht als Erfolg und senkt den Zähler auch nicht. Eine leere Antwort zählt als nicht gewusst. Drei Sterne gibt es erst, wenn beide Richtungen fertig sind. Der Stand wird für dich gespeichert, du kannst aufhören und später weitermachen.

Schülerin zeigt vom heutigen Treffer auf einen späteren Tag

Der nächste Tag

Drei Treffer heute ersetzen keine Wiederholung später

Studien empfehlen nach den drei richtigen Abrufen weitere Übung an auseinanderliegenden Tagen [2]. Genau das macht den Unterschied fürs Behalten. Der Trainer plant diese späteren Tage nicht für dich. Wenn die Liste durch ist, sagt er das. Du kannst noch einmal üben, dann beginnen die Zähler neu, oder die Wörter in Sätzen vertiefen. Bis dahin bleibt dein Stand gespeichert.

Schülerin zeigt vom heutigen Treffer auf einen späteren Tag

Worauf das beruht

Diese wissenschaftlichen Arbeiten und Studien sind der Grund, warum der Vokabeltrainer von AI Teacher so aufgebaut ist, wie er es ist.

  1. Roediger, H. L., & Karpicke, J. D. (2006). Test-enhanced learning: Taking memory tests improves long-term retention. Psychological Science, 17, 249–255.
  2. Rawson, K. A., & Dunlosky, J. (2011). Optimizing schedules of retrieval practice for durable and efficient learning: How much is enough? Journal of Experimental Psychology: General, 140, 283–302.
  3. Rawson, K. A., Dunlosky, J., & Sciartelli, S. M. (2013). The power of successive relearning: Improving performance on course exams and long-term retention. Educational Psychology Review, 25, 523–548.
  4. Nakata, T. (2017). Does repeated practice make perfect? The effects of within-session repeated retrieval on second language vocabulary learning. Studies in Second Language Acquisition, 39, 653–679.
  5. Webb, S. (2007). The effects of repetition on vocabulary knowledge. Reading in a Foreign Language, 19, 43–58.
  6. Waring, R., & Takaki, M. (2003). At what rate do learners learn and retain new vocabulary from reading a graded reader? Reading in a Foreign Language, 15, 130–163.
  7. Webb, S. (2009). The effects of receptive and productive learning of word pairs on vocabulary knowledge. RELC Journal, 40, 360–376.
  8. Mondria, J.-A., & Wiersma, B. (2004). Receptive, productive, and receptive + productive L2 vocabulary learning: What difference does it make? In P. Bogaards & B. Laufer (Hrsg.), Vocabulary in a second language (S. 79–100). Amsterdam: Benjamins.
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